Buchkritik: Giulia Enders – Darm mit Charme

Bestimmt habt Ihr auch schon von dem neuen Buch von Giulia Enders gehört. Wenn nicht empfehlen wir Euch unsere Buchkritik. Die studiCED-lerin Mira hat das Buch gelesen und  erzählt Euch nun was sie von dem Buch hält.

Buchkritik: Darm mit Charme

Paragliding im Dickdarm

Mikroben, die Partys feiern; freudig schwubbelnde Dünndärme und Neugier-Hotspots im Mund: So klingt es, wenn eine junge motivierte Frau es sich zur Aufgabe gemacht hat, uns hochspannende Vorgänge unseres Verdauungssystems zu erklären, die jeden Tag stattfinden und von denen wir kaum etwas wissen.

Bekanntgeworden durch Science Slam

Nachdem ich das Video von Giulia Enders siegreichem Science Slam gesehen habe und sie danach sogar noch live bei einer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse erlebt habe, stand für mich fest: Dieses Buch kaufst du dir! Wie gut, dass ich in der Buchhandlung nicht lange suche musste, da es momentan in einem Regal verwahrt wird, über dem in großen Lettern „Bestseller“ steht. Giulia Enders hat mich angesteckt mit ihrer Neugier und Faszination, und das nicht nur, weil ich von einer CED betroffen bin und mir generell vielleicht mehr Gedanken über die Gesundheit meines Darmes mache als Nichtbetroffene. Ihr Ansatz, das Image des Darms aufzupolieren und unsere Wachsamkeit für ein extrem wichtiges sowie ungeheurer sensibles Organ anzukurbeln, halte ich für sehr gelungen. Durch zahlreiche witzige und oftmals  auch überraschende Vergleiche, die sie zwischen körperinneren Vorgängen und Alltagsgeschehnissen zieht, wird die Thematik anschaulich erklärt, sodass alle, die zufällig weder Arzt noch Naturwissenschaftler sind, eine Chance haben, den Inhalt zu verstehen. Das Buch zu lesen ist, wie auf eine Art Entdeckungsreise zu gehen.

Fazit

Mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leben zu müssen ist nicht immer leicht. Vor allem, wenn die Krankheit erst vor kurzem ausgebrochen ist, ekelt man sich vielleicht sogar vor sich selbst und würde am liebsten überhaupt nichts mehr essen oder ohne Darm weiterleben. Das geht aber nicht. Auch wenn dieses Buch sich nicht mit CED befasst, kann ich es aus folgenden Gründen trotzdem jedem empfehlen: Es erweitert das Wissen und beugt somit Unsicherheiten und Vorurteilen gegenüber den nicht sichtbaren Teil unseres Körpers vor, regt zum Nachdenken an, stärkt überhaupt die Körperwahrnehmung und das Bewusstsein, dass das Wohlgefühl des Darms einen nicht unerheblichen Einfluss auf unseren gesamten körperlich, seelischen Gesundheitszustand hat. Genau deswegen sollten wir öfter mal auf unser Bauchgefühl (oder sollte man Bauchwissen sagen?) hören Außerdem hat es mir persönlich auch das Gefühl beschert, stolz und dankbar auf meinen Körper zu sein, obwohl mein Darm oft nicht so gut funktioniert, wie ich es gerne hätte. Giulia Enders schreibt in diesem Buch über den Darm, als ob sie über einen Freund spräche. Ich denke, wir sollten ihr nacheifern und versuchen uns mit unserem Darm und seinen individuellen Bedürfnissen anzufreunden, mit ihm zu kommunizieren und unserem Bauch ein paar Streicheleinheiten mehr zu gönnen.

Wenn dieser Buchtipp nun auch Euch neugierig gemacht hat, dann wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen!

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