Babbeln, laafen und kiddern in Mannem

Reden, laufen und lachen in Mannheim – das studiCED-Treffen im November 2014

Im Rahmen unser turnusgemäßen Wanderung durch die Republik war im November wieder der Süden dran: Mannheim, die Quadrat-Straßen-Stadt (offizieller Stadtslogan: „Leben im Quadrat“), Heimat von „Darm mit Charme“-Autorin Giulia Enders und dem Erfinders des Spaghettieises (Kulinarik der besonderen Art: Ein Italiener presste 1969 Vanilleeis durch eine Spätzlepresse – aber zum Essen kommen wir später).

Diesmal trafen sich zwölf Teilnehmer, um in der ansässigen Jugendherberge über ihre Erfahrungen mit CED zu sprechen, aktuelle Therapiemöglichkeiten zu diskutieren und eine tolle gemeinsame Zeit zu erleben. Nach dem Kennenlernen im Seminarraum machten wir uns auf, zu einem abendlichen Spaziergang in die Innenstadt.

Lebensziel: Colitis ulcerosa zu heilen

Am Samstag, gleich nach dem Frühstück, kam Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang Stremmel vom Universitätsklinikum Heidelberg in unseren Seminarraum, um mit uns über die Behandlung mit Lecithin zu sprechen: Dr. Stremmel gilt als einer der Vorreiter für die Lecithin-Behandlung. „Eins meiner Lebensziele ist es, Colitis ulcerosa zu heilen“, sagte er gleich am Anfang seines Vortrags.

Anschaulich erklärte Dr. Stremmel seinen Therapieansatz: Lecithin kommt natürlicherweise in der Mukosa, der Darmschleimhaut, vor. Das Lipid bildet einen Schutz, eine natürliche Barriere in der Schleimhaut. Durch Tests fand man jedoch heraus, dass besonders bei Betroffenen mit Colitis ulcerosa zu wenig Lecithin in der Mukosa vorhanden ist. Dr. Stremmel und seine Kollegen geben deshalb gezielt Lecithin, um die Barriere wiederherzustellen. Damit konnten in Studien bislang vielversprechende Erfolge erzielt werden, deshalb werden die Studien jetzt ausgeweitet. Die Therapie ist so gut wie nebenwirkungsfrei, auch zwei studiCED-Teilnehmer haben bereits Erfahrungen mit Lecithin gemacht, allerdings zahlen sie die Präparate selbst.

Der Vortrag des Gastroenterologen war gut verständlich und für viele Zuhörer überzeugend. Einige unserer Teilnehmer möchten nun auch an Lecithin-Studien teilnehmen.

Ausflug nach Heidelberg

Nach Mittagessen und Kuchenpause, bei der wir das gerade Gelernte diskutierten, fuhren wir ins nahegelegene Heidelberg. Es ging hoch zum Heidelberger Schloss, das eine tolle Aussicht auf die Altstadt und den Weihnachtsmarkt bot.

Wir erkundeten den Weihnachtsmarkt und freuten uns über die stimmungsvolle Beleuchtung und die vielfältigen Essensangebote – anders als in der Jugendherberge: Die Portionen dort schienen rationiert, und so entschieden wir uns, das Jugendherbergs-Abendbrot zugunsten des Sonnenuntergangs-Abendrots ausfallen zu lassen und aßen in Heidelberg.

Nächster Halt: Bremen

Am Sonntag vor der Abreise zogen wir wie immer Resümee und planten unser nächstes Treffen: Es wird im April in Bremen auf einem Schiff stattfinden – ein außergewöhnlicher Seminarort, auf den sich schon viele unserer Teilnehmer freuen.

Im Rahmen der Diskussion sprachen wir auch über unser Selbstverständnis bei den Treffen: Da das Wetter sehr ungemütlich und einige Teilnehmer durch einen Schub geschwächt waren, waren einige Fußwege für sie zu anstrengend. Wir haben deshalb für die Zukunft beschlossen, eine Alternative für studiCEDler bereitzuhalten, die gerade nicht so viel am Stück zu Fuß gehen oder an sportlichen Aktivitäten teilnehmen können – damit sich wirklich jeder bei unseren Treffen gut aufgehoben fühlt. So soll es auch bleiben und in diesem Sinne freuen wir uns schon auf das nächste Treffen.

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