Bericht vom 12. studiCED-Treffen in Fulda

„Hello again!“ hieß es Anfang April für die 16 Teilnehmer des 12. studiCED-Treffens in Fulda. Denn die Bischofsstadt, die für ihre 65.500 Einwohner erstaunlich viele Cafés hat, hatten wir 2013 schon einmal besucht. Und das nicht nur, weil die Stadt so ziemlich in Deutschlands Mitte liegt: Die vielen historischen Bauten und die für Sonderwünsche offenen Jugendherbergsköche waren uns gut in Erinnerung geblieben. Am Ende wurden wir sogar zu Detektiven – doch dazu später.

Am Freitagnachmittag trafen wir uns im Seminarraum der Jugendherberge Fulda. Nach Erklärungen zu studiCED und amüsanten Kennenlernspielen nutzten wir die Zeit, um uns näherzukommen. Wie immer wurden die lustigsten und traurigsten Geschichten rund ums Kranksein ausgetauscht.

Samstag mussten wir früh aufstehen, denn im Seminarraum wartete Referentin Birgit Weber. Die gelernte Diätassistentin aus Fulda hat sich auf die Beratung von CED-Patienten spezialisiert. Weber stieg mit allgemeinen Ernährungsregeln im Schub (wenig Ballaststoffe, keine blähenden Lebensmittel, etc.) ein, die vielen CEDlern bekannt sind. Doch als Weber ins Detail ging, gewannen auch langjährige Betroffene neue Erkenntnisse. So erzählte die Ernährungsexpertin, dass eine vegane Ernährung bei einer CED ungeeignet ist. „Wer sich bei einer CED ohne tierische Produkte ernährt, handelt verantwortungslos, weil ihm neben Vitamin B12 auch Kalzium fehlt. Außerdem ist tierisches Eiweiß sehr hochwertig und wird gerade bei Mangelernährung benötigt“, sagte Weber. Weiterhin empfiehlt die Diätassistentin wegen einer möglichen entzündungsfördernden Wirkung wenig Weizen zu essen und stattdessen auf Dinkel umzusteigen. Außerdem rät Weber von Smoothies ab: „Weil sie flüssig sind, rauschen sie sehr schnell durch den Magen-Darm-Trakt und es geht kein Signal der Sättigung an den Körper. Dieser braucht fast keine Verdauungsleistung zu erbringen.“ Zum Schluss hat sie noch einen erhellenden Tipp: „Wer keine Milch verträgt, muss nicht unbedingt laktoseintolerant sein. Statt gegen Milchzucker kann auch eine Unverträglichkeit gegen Milcheiweiß vorliegen, die man prüfen kann.“

Nach so vielen Informationen machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zur Stadtrallye. In der Innenstadt teilten wir uns in verschiedene Teams auf und bearbeiteten einen Stadterkundungsbogen. Die „Detektivteams“ mussten Rätsel zur Stadtgeschichte lösen, Inschriften abmalen und Fehler in Emblemen finden. Trotz vieler magenfüllender Cafè-Stopps (Croissants, Eis, Gebäck und vieles mehr) hatten wir nach den etlichen Kilometern doch wieder, man ahnt es: Hunger. Gegrillt (Steaks) und gefroren (wir) wurde auf dem Grillplatz der Jugendherberge. Abends hatten wir wieder viel Zeit zum Reden.

Sonntag überlegten wir uns, wie wir mit studiCED noch mehr Betroffene erreichen können. Wir haben besprochen, dass studiCEDler/-innen Vorträge in Unis über das Studieren mit CED halten werden. Zweitens wollen wir das Forum auf unserer Internetseite wieder aktivieren, um noch mehr Menschen den Austausch zu ermöglichen. Und drittens haben wir eine Social-Media-Strategie erarbeitet, zu der auch eine eigene Facebook-Seite gehört.

Der Abschied fiel wie immer schwer, aber umso mehr freuen wir uns auf das nächste Treffen.

 

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