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Einladung zum studiCED-Treffen in Regensburg

Hallo liebe Studenten und Azubis,

das nächste Treffen für Studierende und Auszubildende mit CED findet vom 27.4.18 bis 29.4.18 in der Jugendherberge Regensburg statt.

Derzeit wird noch fleißig an dem Programm gefeilt. Nähere Infos dazu folgen dann bald.

Wer kann alles mit?

Die Teilnehmerzahl ist wie immer begrenzt (max. 20 Personen) und es gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Also meldet euch rasch an, um dabei sein zu können. DCCV-Mitglieder haben Vorrang, Gäste sind aber genauso willkommen. Wir hoffen, dass auch dieses Mal neue Gesichter dabei sind.

Zur Anmeldung geht es hier: www.dccv.de/uploads/tx_news/anmeldung423-28

Anmeldeschluss ist der 26.02.18. Auf Anfrage nehmen wir auch noch Anmeldungen danach entgegen!

Was kostet der Spaß?

Euer Beitrag liegt bei 95 € (Nichtmitglieder zahlen 130 €). Darin sind die gesamten Übernachtungs- und Verpflegungskosten enthalten. Die Kosten für die Anreise und zusätzliche Freizeitveranstaltungen kommen dazu.

Fördermöglichkeiten könnt ihr bei der DCCV oder bei studiCED erfragen, denn es soll auf keinen Fall am Geld scheitern.

Wir freuen uns auf euch!

Euer studiCED-Team

 

Doktor Du – Das Interview mit Dr. Johannes Wimmer

Doktor Du

Er ist Deutschlands bekanntester Arzt im Internet, seine Videos werden bei Facebook und Youtube millionenfach angeklickt. Er ist setzt sich für verbesserte Patientenkommunikation ein und möchte im Interview geduzt werden – Doktor du. Dr. Johannes Wimmer ist ein nahbarer Arzt, 34 Jahre alt und praktiziert derzeit in einem Hamburger Krankenhaus. Mit studiCED hat er über CED-Patienten in der Notaufnahme, den Unterschied zwischen Durchfall und CED gesprochen – und erklärt, ob er Medizin jetzt sexy macht.

studiCED: Du hast ja eine Sendung im NDR, wo du Krankheiten verständlich erklärst. Wie erklärst du denn in einfachen Worten, was eine CED (chronisch-entzündliche Darmerkrankung) ist?

Dr. Johannes Wimmer: Bei einer CED richten sich die körpereigenen Abwehrkräfte gegen den Patienten. Diese Abwehrkräfte haben sich als Ort dafür den Darm ausgesucht. Dort läuft dann eine Entzündung ab, die für große Probleme sorgt und die man dann eben auch spürt. Die Krankheit kann man lindern, heilen geht aber noch nicht. Also muss man irgendwie lernen, das Köfferchen zu tragen.

Wie geht das am besten?

Wichtig ist, einen Arzt zu finden der zu einem passt – und sich selbst nicht Patient, sondern Betroffenen zu nennen. Dazu kommen natürlich noch die klassischen Vorbeugemaßnahmen: Ernährung, Ausdauersport, Stressreduktion usw.

In einem Interview wurdest du gefragt, welchen Satz du in der Notaufnahme am häufigsten gehört hast. Du meintest: „Ich hab Durchfall.“ Wie unterscheidest du so jemanden von einem CED-Patienten?

Der klassische Durchfallpatient kann meist ein singuläres Ereignis benennen – und nun geht’s ihm schlecht. Der CED-Patient sagt: „Ich habe diesen Durchfall immer wieder, schon seit Jahren. Egal was ich esse, der Schmerz ist immer gleich, es gibt ein Druckgefühl und nachdem ich auf dem Klo war hab’ ich das Gefühl, das war noch nicht alles.“

Was hast du in der Notaufnahme, in der du jahrelang gearbeitet hast, mit CED-Patienten erlebt?

Das ist oft relativ junge Menschen, die sehr differenziert sind, sich gut artikulieren können und mit denen man gut zusammenarbeiten kann. Sie kennen ihren Bauch unglaublich gut und kommen mit starken Bauchschmerzen – und oft mit Angehörigen, die sie nicht verstehen. Da hilft es oft, denen die CED aus ärztlicher Sicht zu erklären, und klarzumachen, dass das keine Menschen sind, die sich „einfach anstellen“.

Das ist ja erschreckend, dass manchen Angehörigen noch in der Notaufnahme das Verständnis fehlt. Was spielt sich da ab?

Ein typischer Fall ist ein 60-jähriger Vater, der mit seiner 25-jährigen Tochter in die Notaufnahme kommt. Da musste ich dann oft erklären, dass die Bauchschmerzen jetzt keine Disziplinlosigkeit oder Schwäche sind, sondern dass hier wirklich ein Problem vorliegt. Das ist erschreckend, aber es passiert. Und die Patienten leiden natürlich darunter, dass sie nicht ernstgenommen werden.

Verständlich. Wie können CED-Patienten denn mehr Verständnis für Ihre Situation bekommen?

Man schreibt einen kleinen Text den man ausdruckt, anstatt sich zu rechtfertigen: „Versetz’ dich doch jetzt mal in meine Lage, wäre dir das dann nicht peinlich wie du gerade reagierst?“ So können sich die anderen besser in eine CED reinfühlen. Und für Angehörige gibt es noch mein Video „Stuhlnotfall“ (Link)

Wie kam es denn zu deiner Bekanntheit als „Dr. Youtube“?

Ich komme aus keiner Ärztefamilie und hatte im Medizinstudium anfangs Probleme, Zusammenhänge zu verstehen. Erst nach und nach habe ich verstanden: Das und das musst du wissen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Das wollte ich dann weitergeben, habe deshalb angefangen Videos zu machen und dann hörte es nicht mehr auf (lacht).

Der erste Arzt, der überhaupt populärwissenschaftlich bekannt wurde war ja Eckart von Hirschhausen. Was hältst du von ihm?

Ich kenne und schätze ihn sehr – aber er ist kein praktizierender Arzt, sondern eher Unterhalter, was ja auch total ok ist. Mir geht es aber darum, Wissen auf eine Art zu vermitteln, die Patienten wie eine Tablette einsetzen können.

Aber Geld verdienen möchtest du damit ja auch. In einem Interview über dich heißt es: Einige Kollegen rümpfen über seine Business-Idee die Nase, doch Wimmer spornt das eher an. „Da ist eine große Portion Arroganz dabei.“ Wie meinst du das?

Viele Ärzte denken, sie machen keine Fehler – aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das stimmt. Ich will, dass der Patient das bekommt wonach er sich sehnt, aber vielen werden ihre Optionen gar nicht erst aufgezeigt, weil ihr Arzt schon von vornherein für sie entschieden hat, was das Beste ist. Deshalb bin ich auch für das Modell der erfolgsbasierten Vergütung (100 Patienten, aber nur 20 Koloskopien weil nur 20 notwendig sind) anstatt für das Modell der leistungsorientieren Vergütungen (100 Patienten, deshalb auch 100 Koloskopien).

Hältst du die Telemedizin für ein Modell der Zukunft?

Auf jeden Fall! Wenn wir Synergien durchs Digitale schaffen, können wir Ärzte endlich wieder das machen was wir wollen: Schauen, welchen Weg wir zusammen mit dem Patienten gehen wollen. Ärzte können sich durch Telemedizin viel Papierkram ersparen – und Patienten den langen Weg zum Arzt und unnötige Wartezeiten.

Die Zeitschrift „Myself“ schreibt über dich: „Er wäre die Idealbesetzung für ein Remake der „Schwarzwaldklinik“: gutaussehend, dynamisch, kompetent.“ Machst du Medizin sexy?

Keine Ahnung. Ich weiß nur dass ich Medizin offen machen und Berührungsängste nehmen will. Ich möchte Patienten das Gefühl geben dass sie sagen können: „Ich traue mich meine Wünsche zu äußern und ich sage dem Arzt, was für eine Art von Behandlung ich will.“ Das ist ja auch besser für die Compliance: Wenn einer mitmacht, hält er Schübe vielleicht eher aus und hat die Geduld auf die Wirkung eines Medikaments zu warten, auch wenn es länger dauert.

Interview: Sabrina

Sabrina erzählt von ihrem Leben mit chronischer Darmentzündung

Unser Teammitglied Sabrina erzählt in Folge 15 der Reihe „Bekenner-Videos“ von bento über ihr Leben mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Das Sprechen über eine chronische Erkrankung erfordert eine Menge Mut –  darauf sind wir sehr stolz!

Hier geht es direkt zum Video

Wir hoffen, dass euch das Video dazu ermutigt, in Zukunft genau so mutig mit eurer chronisch entzündlichen Darmerkrankung – sei es Colitis, Crohn oder etwas anderes – umzugehen.

Lasst uns gerne eure Meinung als Kommentar unter dem Beitrag da!

Das studiCED-Team stellt sich neu auf!

Vom 11. bis 12. November haben wir uns in Mardorf bei Hannover getroffen, um das studiCED-Team für die Zukunft neu aufzustellen.

In Zukunft kommen von uns regelmäßige Updates – sowohl hier auf der Website als auch auf Facebook. Auf der Agenda stehen Interviews, Berichte und die Vorstellung unseres Teams. Habt ihr weitere Wünsche und Anregungen für unsere Arbeit? Oder Fragen an uns persönlich? Wir freuen uns über jedes Feedback!

Falls Ihr Lust habt mitzuwirken, schreibt uns gerne eine Nachricht oder kontaktiert uns über kontakt [at] studiced [dot] de

Euer studiCED-Team

Einladung zum 14. studiCED-Treffen in Leipzig

Hallo liebe studiCEDlerinnen und studiCEDler,

das nächste Treffen für Studierende mit CED findet vom 19.05.- 21.05.2017 in der Jugendherberge Leipzig statt. Die Bettwäsche ist inklusive. Bitte beachtet, dass jeweils zwei Zimmer sich ein Bad teilen werden. Für diejenigen unter uns, denen es an diesem Wochenende nicht so gut gehen wird, werden wir aber eine Lösung finden, die Badsituation so angenehm wie möglich zu gestalten. Weitere Infos findet ihr auf der Homepage:

https://www.jugendherberge-sachsen.de/jugendherbergen/jh-leipzig/portrait/

Auf dem Programm steht diesmal ein Vortrag des Gastroenterologen Dr. Niels Teich. Er wird über die aktuellen Möglichkeiten der Diagnostik einer CED sprechen, aber auch für andere Fragen zur Verfügung stehen. Am Samstag geht es zuerst in den Kletterwald und nach dem Mittagessen wird Leipzig erkundigt.

Wer kann alles mit?

Die Teilnehmerzahl ist wie immer begrenzt (max. 15 Personen) und es gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Also meldet euch rasch an, um dabei sein zu können. DCCV-Mitglieder haben Vorrang, Gäste sind aber genauso willkommen. Wir hoffen, dass auch dieses Mal neue Gesichter dabei sind.

Was kostet der Spaß?

Euer Beitrag liegt bei 85,-€ (Nichtmitglieder zahlen 120,- €). Darin sind die gesamten Übernachtungs- und Verpflegungskosten enthalten. Die Kosten für die Anreise und Freizeitveranstaltungen kommen zusätzlich dazu.

Fördermöglichkeiten könnt ihr bei der DCCV oder bei studiCED erfragen, denn es soll auf keinen Fall am Geld scheitern.

Was solltet ihr mitbringen?

Eure Fragen rund um das Studieren mit CED und auch gern Fragen an den Arzt. Für den Kletterpark benötigt ihr bequeme Kleidung, festes Schuhwerk sowie ggf. Sonnencreme.

Weiterhin wäre es schön, wenn jemand einen Ghettoblaster und eine Gitarre mitbringen könnte.

Falls ihr Fragen oder Anregungen habt meldet euch bei uns unter kontakt [at] studiced [dot] de

 

Wir freuen uns auf euch!

Euer Organisationsteam von studiCED

Programm Leipzig

Anmeldung

 

Save the Date!

Hallo liebe studiCEDler/-innen,

vom 19.-21. Mai findet unser nächstes studiCED-Treffen in Leipzig statt. Spätestens nächste Woche geht die Einladung und auch das Programm raus. Also tragt euch den Termin fett im Kalender ein :)!!!

Euer studiCED-Team

Bericht vom studiCED-Treffen am Steinhuder Meer

Leinen los! Das studiCED-Segeltreffen in Mardorf

Beim 13. studiCED-Treffen in Hannover gab es viel zu erleben: „Steinhuder Meer in Flammen“ mit einer Bühne direkt vor unserer Jugendherberge, Stockbrot und Segeln – aber fangen wir vorne an.

Schon bei der Ankunft kamen die ersten Fragen auf, weil vor der Jugendherberge eine Bühne, Bier- und Essenswagen aufgebaut waren. Das Fest „Steinhuder Meer in Flammen“ war ebenfalls an diesem Wochenende. Nach dem gewohnten gemütlichen Einfinden, gingen die ersten Mutigen rüber zur Live-Musik. Andere legten den Fokus auf die kulinarische Seite. So kam jeder auf seine Kosten und beim gemütlichen Beisammensein konnte jeder sich mit seinen „Bauchfreunden“ austauschen.

Am nächsten Tag sollte nach dem Jugendherbergs-typischen Frühstück mit dem Segeln losgehen. Nautours Yachtschule Mardorf. „Yacht“ – das klingt nach Glamour und Champagner! Doch die Realität holte uns schnell ein: Bevor es für uns 15 studiCEDler am Steinhuder Meer in Hannover losging, mussten wir erstmal muffige Schwimmwesten im Achtzigerjahre-Look überziehen. Kaum Platz genommen, hieß es schlucken: Segeln lernen ohne Segellehrer an Bord. Inhaber Wolfgang K. zeigte sich als Fan der Expositionstherapie: „Segeln lernt man auf dem Wasser!“, erklärte der Weißbart. Und: „Was wir sonst in drei Tagen Kompaktkurs machen, lernt ihr in drei Stunden“, warb Kruse. Nun denn. Davor gab es noch etwas Theorie: komplizierte Streckenführung und Knoten binden. Nicht Wenige hatten danach Selbigen im Kopf.

Doch Wolfgang, der mittlerweile geduzt werden wollte, tröstete: „Das Steinhuder Meer ist nicht mal 30 Quadratkilometer groß und rund – wir finden euch!“, sprach er Mut zu.

Mit dem Kopf, der immer noch voller Knoten war, gingen wir zum Steg und stiegen in unsere Jollen. Jedes Gefährt wurde mit drei studiCEDlern gefüllt; für die Seekranken unter uns gab es ein stabileres Boot. Befeuert von den Kommandos des zweiten Segellehrers lernten wir dabei geradeaus fahren und um die Boje lenken. Und wer nicht geradeaus oder um die Ecke fahren konnte, blieb zumindest aufrecht – auch wenn das bei dem ein oder anderen Wendemanöver anders aussah.

Doch sich seinen Ängsten stellen ist genau das Richtige, hatten wir kurz zuvor beim Vortrag von Burkard Jäger gelernt. Der Psychologe leitet die Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover und informierte uns über „gute und schlechte Krankheitsbewältigungsstrategien“. Wir lernten: Wer krank ist, sollte sich von destruktiven Strategien (Jammern, Anderen die Schuld an seiner Krankheit geben, etc.) distanzieren, sich dafür lieber mit möglichen Behandlungsalternativen auseinandersetzen und sich mit anderen über seine Krankheit austauschen. Wir schauten uns zufrieden an: Alles richtig gemacht! J

Besser wurden mit der Zeit auch die Manöver auf dem Steinhuder Meer. Die Kommandos der Segellehrer wurden weniger und Wendungen drohten nicht mehr zum kapitalen Schaden an Leib und Laune zu werden. Das Finale konnte beginnen und es folgte eine Regatta. Als Gewinn gab es die „goldene Klorolle“ die mit Liebe zum Detail hergestellt wurde. Diese strahlte genau so wie die Gewinner.

Das war mal eine Erfahrung! Eine, die noch beim anschließenden Grillen viel diskutiert wurde. Ein weiteres Highlight folgte um 22Uhr, als das Feuerwerk über dem Steinhuder Meer begann. Zum gelungenen Abschluss gab es dann für die Hungrigen unter uns noch Stockbrot am Feuer.

Am nächsten und letzten Tag wurden wie gewohnt weitere Treffen geplant. Und wer vom Wasser noch nicht genug hatte, ging zurück an den Steg: Dieses Mal folgte die nächste Disziplin: Kanu fahren.

 

 

 

 

 

 

Neues von Giulia Enders

„Ich werde jetzt nicht mit dem Buch ‚Alles über die Niere’ um die Ecke kommen“

Was haben der zweite Teil von „50 Shades of Grey“ und „Darm mit Charme“ gemeinsam? Beide Bücher wurden 1,7 Millionen mal in Deutschland verkauft. Die Autorinnen beschäftigen sich beide mit Tabus, doch „Darm mit Charme“-Autorin Giulia Enders gelang der Coup vor zwei Jahren nicht etwa mit blumiger Belletristik, sondern mit einem eigentlich furztrockenen Thema: Einen Sachbuch über den Darm. Die Medienwelt berichtete, und Enders und der Darm gerieten ins Rampenlicht. Doch seit 2014 gab die 26-Jährige nur noch selten Interviews – sie wollte sich auf ihr Medizinstudium konzentrieren.

Doch mit studiCED hat sie jetzt gesprochen: Über ihre Pläne für ein zweites Buch, wieso sie trotz ihres Bestsellers nicht die Füße hochlegen will – und warum ihre Gastro-patienten sie nicht mal dann erkennen, wenn sie vor ihnen steht.

studiCED: Vor zwei Jahren hast du mit „Darm mit Charme“ einen Bestseller geschrieben. Was ist seitdem passiert?

Giulia: Ich war mit meinem Buch auf Lesetour, habe mein schriftliches Staatsexamen bestanden, mein praktisches Jahr begonnen und war zwei Monate in einem Krankenhaus in Tokio. Im letzten Quartal 2016 habe ich meine letzte mündliche Prüfung, dann bin ich fertig mit dem Studium. Meine Doktorarbeit über das Bakterium Acinetobacter baumannii muss ich noch abgeben.

Und was hast du dann vor?

Ich möchte eine Facharztausbildung in Gastroenterologie machen – und sie auch meistern. Wo habe ich aber noch nicht entschieden. Entweder bleibe ich hier bei Freunden und Familie in der Nähe von Mannheim, oder ich gehe doch noch mal etwas weiter weg. Alternativ könnte ich auch erst mal noch hier bleiben, in zwei oder drei Jahren den Ausbildungsort wechseln, mal sehen.

Jetzt kommt natürlich die Frage, die sich alle stellen: Was ist mit einem neuen Buch?

Ich bin da ganz entspannt. Man soll ja nichts ausschließen, aber was ich bestimmt nicht mache, ist jetzt mit „Alles über die Niere“ um die Ecke zu kommen (lacht). Der Darm ist nun mal mein Lieblingsorgan, und wenn man sich zu irgendeinem anderen Organ was zusammensuchen würde, würde das nur schlecht werden. Aber kleine Projekte kann ich mir durchaus vorstellen.

Zum Beispiel?

Es sollen Projekte sein, wo die Leute auch was davon haben, dass ist mir wichtig. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, kurze Videos für Patienten machen – zu Themen wie „Was muss ich vor einer Darmspiegelung wissen?“

Du arbeitest ja während deiner Ausbildung in der Frankfurter Uniklinik auch auf der Gastroenterologie-Station. Erkennen dich deine Patienten?

Giulia (lacht): Nein, man erkennt mich kaum. Manche sitzen sogar vor mir, lesen mein Buch und merken es nicht.

Nanu?

Giulia (lächelt): Ich bin kleiner als man denkt, nur 1,64 Meter, dass macht sicher was aus.

Dabei ist doch ein Bild von dir auf dem Buchcover. Und dann sagst du nichts?

Nein – wieso denn auch? Das macht ja keinen Unterschied. Ich bin da und tue was ich kann, ob man mich kennt oder nicht.

Dabei sollte dich doch fast jeder kennen – schließlich war „Darm mit Charme“ 2014 und 2015 das meistverkaufe Sachbuch in Deutschland, und laut Spiegel-Bestsellerliste bist du 2016 immer noch auf Platz 2.

Ja, das ist doch schön. Mittlerweile wurden in Deutschland 1,7 Millionen Bücher verkauft, und die Rechte wurden in 36 Länder vergeben. In Frankreich, Skandinavien, den Niederlanden und England läuft der Verkauf besonders gut. Scheint eine Art Phänomen zu sein (lacht).

In der Tat! Und was machst du mit dem ganzen Geld?

Nur sinnvolle Sachen, wirklich. Ich setze mich jetzt auf keine Insel und hab’s auch nicht vor. Ich habe mir einige Tickets für die teuren Medizinkongresse gekauft, aber mehr nicht. Ich sehe im Krankenhaus jeden Tag, wie viel wichtiges Ärzte jeden Tag tun. Da sehe ich: Ich möchte genau das machen. Durch das Geld aus den Buchverkäufen habe ich in meinem Beruf jetzt alle Freiheiten.

Wie meinst du das?

Ich muss nicht sofort auf irgendeiner Station anfangen und da bleiben, obwohl man mich schlecht behandelt. Ich weiß, dass ich noch einen anderen Beruf, nämlich einen als Autorin habe. Das gibt mir die Freiheit, nur wirklich sinnvolle Dinge zu tun. Das ist das wertvollste, was mir das Buch und vor allem meine Leser gegeben haben.

Das klingt sehr ernst. Spürst du als Autorin eines Medizinbuchs eine besonders große Verantwortung?

Ja, denn die Käufer des Buchs haben mir die große Freiheit der Wahl ermöglicht. Das nehme ich ernst: Man darf von mir sinnbasierte Entscheidungen erwarten.

Hast du wegen des Buchs und der Lesereisen eigentlich länger studiert?

Nicht soo sehr. Ich habe vielleicht ein Jahr länger gebraucht. Aber es dauert ja jetzt auch nicht mehr lange, bis ich fertige Ärztin bin.

Viele Patienten sehen die jungen Ärzte, die gerade aus der Ausbildung kommen, ja meist noch nicht als „fertig“ an, weil ihnen die Erfahrung fehlt.

Das stimmt. Viele Patienten mit chronischen Erkrankungen wissen sehr viel über ihre Krankheiten – teilweise auch mehr als ein frisch gebackener Arzt. Ich nehme mich davon nicht aus. Alles was ich tun kann ist: Ehrlich zu sein, neugierig dazulernen zu wollen und mein Fachgebiet zu lieben. Der Rest kommt dann mit der Zeit.

studiCED: Da sind wir sicher! Vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Sabrina (Öffentlichkeitsarbeit studiCED)
Foto: Gerald von Foris