Paddel ahoi – studiCED-Treffen 2011 in Brandenburg

Bericht über das zweite studiCED-Treffen im Mai 2011 im malerischen Brandenburg!

Vom 27. bis zum 29. Mai war studiCED in Brandenburg Kanu fahren. An diesem malerischen See in Brandenburg haben wir uns selbst versorgt und so unsere Erfahrungen zu Essensunverträglichkeiten ausgetauscht.

Bei dem erfolgreichen ersten Treffen von studiCED im Herbst 2010 entstand die Idee für das nächste Treffen in 2011: Kanu fahren.

Hannah Davina machte sich daraufhin sofort auf die Suche nach einem idyllischen Ort, wo wir übernachten und uns sportlich betätigen konnten. Die Wahl fiel auf das wunderschöne Brandenburg. Am Hölzerner See sollte eifrig durch die Seelandschaft gepaddelt werden.  Der Termin wurde im Forum abgestimmt: Es wurde das letzte Wochenende im Mai, in der Hoffnung auf schönes Wetter. Von Januar 2011 bis Anfang April konnte man sich für dieses Wochenende auf studiCED anmelden. Letztendlich fanden sich zehn studiCEDler und sechs studiCEDlerinnen aus ganz Deutschland um zusammen Kanu zu fahren.

Die Vorfreude stieg allmählich, je näher das Treffen kam. Die Vorbereitungen im Forum liefen auf Hochtouren. Es wurde über Unverträglichkeiten, Essenzubereitungen und Wünsche diskutiert. Die Einkäufe wurden auf dem Hinweg am Freitag von Hannah und Csilla erledigt. Jetzt konnte es losgehen und die Nervosität stieg bei jedem Teilnehmer an.

Das Seecamp war leicht zu finden, so dass die ersten kurz nach 15.00 Uhr schon eintrudelten. Ein kurzes, schüchternes „Hallo seid ihr von studiCED?“ hat gereicht und die erste Barriere war gebrochen. So warteten wir vor den Bungalows auf den Rest. Die ersten Gespräche fanden statt: „Wo kommst du her?“, „Was machst du beruflich?“ oder „Was studierst du?“.

Kurz vor 18.00 Uhr haben die Mädels die letzten Einkäufe erledigt und in der Zwischenzeit heizten die Männer den großen Gas-Grill ein. Von Steaks, Würstchen bis hin zu Gemüse, war alles vorhanden, so dass jeder satt werden konnte. Salate, Brote und die verschiedensten Saucen wurden auf dem Tisch verteilt. Nachdem der Grill leer war und man sich ein bisschen näher kennen gelernt hatte, sprangen einige Teilnehmer spontan in den See. Das Wetter war gut – nicht zu warm und nicht zu kalt. Die ersten Fotos wurden geschossen und spätestens zu diesem Zeitpunkt wuchsen wir zu einer Gruppe zusammen.  Danach sammelten sich alle vor dem Bungalow 1, wo wir uns in gemütlicher Runde den ganzen Abend unterhielten, Gesellschaftsspiele spielten und uns noch besser kennen lernten.  Wir kamen aus ganz Deutschland, studieren an verschiedenen Universitäten und da gibt es viel zu erzählen. Viele verschiedene Charaktere, Erfahrungen und Wünsche. Auch eine Gitarre wurde mitgebracht, mit der wir uns über den ganzen Abend beschäftigten und versuchten allseits bekannte Partylieder wie beispielsweise „Lemon Tree“ zu singen. Dabei musste immer einer hinter Benni, dem talentierten Gitarrenspieler, stehen und an der Dynamo-Taschenlampe kurbeln um genug Licht für die Noten und Liedtexte zu spenden.

Während der netten Gespräche wurden schon erste Fragen geklärt, welche Nachteile, mit denen die Betroffenen während des Studiums konfrontiert sind, ausgeglichen werden können. Auch waren unter den Teilnehmern schon welche, die bereits im Berufsleben stehen und hier wurde schnell darüber diskutiert, ob der Arbeitgeber von der Erkrankung erfahren soll oder nicht und wie Kollegen damit umgehen.

Die Nacht zum Samstag war für den einen oder anderen viel zu kurz, denn schon um 8.00 Uhr gingen wir größtenteils gemeinsam zu Frühstück. Im großen Frühstücksaal stürzten wir uns auf das große Angebot an Wurst, Marmelade, Käse und Brötchen, welches von dem netten Team für uns und die anderen Gruppen vorbereitet worden war. Wir bekamen auch ein Lunchpaket, in dem  Äpfel, Bananen und etwas Süßes drin vorzufinden war. Wem dies nicht reichte, konnte sich noch Brötchen selber schmieren und diese auf unsere Kanu-Tour mitnehmen.

Das Wetter war relativ gut, etwas windig, nicht zu warm aber auch nicht zu kalt. Es stellte sich jedoch die Frage aller Fragen: Wer würde mit wem paddeln? Das Los entschied schließlich und jeder hatte seinen Partner schnell gefunden. Ausgestattet mit Paddel und Schwimmwesten starteten wir gegen 11 Uhr vorsichtig mit unserern ersten Paddelversuchen und freuten uns auf das sportliche Ereignis, das vor uns lag. Nach wenigen Minuten stellten wir fest, dass geradeaus paddeln schwieriger schien als gedacht. Immer wieder versuchten wir uns auf dem riesigen See als Gruppe wieder zu finden und eine kurze Pause einzulegen. Unser erstes Ziel: ein Badestrand, der auf einer kleinen Karte des Sees eingezeichnet war. Dieser war jedoch schwieriger zu finden als gedacht. Nach einer zweistündigen Irrfahrt erkundigten wir uns am Steg eines Rudervereins nach dem richtigen Weg. Der nette Mann bot uns direkt an, bei ihm anzulegen und erst einmal eine Brotzeit zu machen. Dieses Angebot schlugen wir nicht ab. Circa eine Stunde ruhten wir uns aus um uns dann wieder auf den Weg zu machen. Dabei tauschten wir die Inhalte der Lunchpakete, wobei vor allem die Bundesliga-Klebebildchen aus den Haselnussschnitten gegen die zuckrigen Müsliriegel getauscht werden wollten.

Einige der Teams nutzten diese Pause und tauschten ihre Paddelpartner, so dass alle die faire Chance hatten gleich gut voran zu kommen. Immer wieder sammelten wir uns auf dem Wasser, um Gruppenfotos zu schießen und zu pausieren.

Gegen 14.00 Uhr entschieden wir uns langsam – aber sicher – zum Ausgangspunkt zurück zu kehren. Alle nahmen ihre verbliebenen Kräfte noch einmal zusammen und gaben alles, um das weit entfernte Ziel zu erreichen. Auf dem Wasser kamen wir an Anglern, verlassenen Buchten und an kleinen Booten vorbei. Gegen 16.00 Uhr trudelten wir weitgehend trocken wieder am Ufer des Feriencamps ein. Hannah und André wagten noch den Versuch mit dem Kanu eine Eskimorolle zu machen, allerdings schafften sie es nur zur Hälfte und kletterten schließlich klatschnass an den Strand zurück und leerten ihr voll gelaufenes Boot aus.  Ausgepowert gingen wir wieder zu den Bungalows zurück, wo drei von uns sich nochmal auf den Weg in Supermarkt machten, während die anderen erst einmal einen „Power nap“ einlegten. Wir haben gemerkt, dass wir trotz der CED auch eine lange und anstrengende Kanufahrt erfolgreich bewältigen können.

Vor dem Abendessen hatten wir die Möglichkeit, von Hannah Informationen über unsere Rechte als chronisch kranker Studierender zu erfahren. Sie gab hilfreiche Tipps, was bei Bewerbungen an Hochschulen, während des Studienalltags und auch bei dem Einstieg ins Berufsleben zu beachten ist.

Um 18 Uhr gingen wir gemeinsam in die kleine Küche des Feriencamps. Dort bereiteten wir unser Abendessen vor. Nach der Umfrage im studiCED-Forum entschied sich die Hälfte für „selbst gemachte Pizza“. Sechs Bleche standen für die Zubereitung zur Verfügung. Immer drei Leute teilten sich ein Blech und jeder konnte sich aus den vielen verschiedenen Zutaten die richtigen für sein Drittel aussuchen. Dabei wurden die Rufe laut: „Hier nur jemand, der keine Zwiebeln will!“ oder „Hier ohne Thunfisch!“

Während der Zubereitung und des Essens, diskutierten wir über die vielen verschiedenen Ernährungstipps, die uns Erkrankten von allen möglichen Seiten mit auf den Weg gegeben werden und welche davon wir schon (erfolgreich) ausprobiert haben. Als Nachtisch gab es für jeden selbst gemachten Schokopudding. Das geplante Lagerfeuer konnte aufgrund der zu hohen Waldbrandstufe nicht stattfinden und so fanden wir uns anschließend wieder alle vor dem Bungalow 1 zur abendlichen Gesprächsrunde ein. Auch am Samstag unterhielten wir uns, lachten viel und versuchten uns an verschiedenen Kartenspielen. Neben den Gesprächen über die alltäglichen Sachen im Leben wie Studium und Arbeit, kam auch an diesem schönen Abend die Gitarre wieder zum Einsatz. Der Abend verging so schnell, dass die Nacht wieder einmal sehr kurz war. Manche waren so erschöpft, dass sie direkt auf den Sofas vor dem Bungalow schliefen. Das Sonntagsfrühstück viel am Anfang etwas mager aus, nicht aufgrund eines zu geringen Angebots, sondern in Bezug auf die Anzahl der Teilnehmer. Diese trudelten vereinzelt nacheinander ein. Das Paddeln am Tag zufuhr machte einigen noch schwer zu schaffen und der erste Muskelkater machte sich bemerkbar. Dies hielt aber unsere eifrige Gruppe nicht davon ab, nach dem Frühstück mehrere Stunden Volleyball und Tischtennis zu spielen und somit die letzten gemeinsamen Stunden in vollsten Zügen zu genießen. Wer sich nicht mehr bewegen konnte oder wollte, packte in der Zeit schon mal seine Sachen. Zum Mittagessen organisierten wir uns noch mal den Gasgrill um die restlichen Nahrungsmittel wie Würstchen Bauchspeck, Fackeln und Baguettes zu vertilgen. Die restlichen Lebensmittel verarbeitete Christian. Er schnitt alles klein und legte es in eine selbst gebastelte Aluschale auf den Grill. Als Gregor es sah, fragte er noch:  „Wohin mit dem Restmüll?!“ – geschmeckt hat er aber besser als es aussah.

Plötzlich verging die Zeit wie im Fluge, denn die ersten mussten sich direkt nach dem Essen auf den Heimweg machen, denn bis Dortmund, Bochum oder München war es ein ganz schönes Stück. Der Rest, der noch da war, räumte gemeinsam Bungalow 1 auf; dieser war das Basiszentrallager über die Tage geworden und somit ziemlich chaotisch. Gegen 14 Uhr verabschiedeten sich auch die Letzten und verblieben dabei sich hoffentlich ganz bald wieder zu treffen.

Fazit des Wochenendes:

Es waren ein paar gelungene Tage, wunderschönes Wetter und es haben sich ein paar hoffentlich ausbaufähige Freundschaften entwickelt. Wir haben auch viel darüber gelernt, welche Rechte uns das Leben mit einer CED erleichtern können. Die Stimmung war super und alle waren zufrieden und glücklich.

Ein großes Dankeschön an Hannah und die DCCV, die uns dieses wunderschöne Treffen ermöglicht haben. Wir können es kaum erwarten uns wieder zu sehen, noch mehr neue Leute kennen zu lernen und hoffen somit auf ein baldiges „PADDEL AHOI“!

David und Simone